Deggendorf

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Deggendorf mittelalterliche Stadt

Das neue Rathaus

Pfarrkirche Deggendorf

Wasserkapelle

Hl.-Grab-Kapelle Deggendorf

Grabkirche in Deggendorf

Spitalkirche in Deggendorf

Kapuzinerstadl

Pfarrkirche St. Martin

Geiersbergkirche

Hussiten vor Deggendorf

Deggendorfer Knödl

Procherhaus

Mühlbogental in Deggendorf

Ruselkraftwerke

Kreuzweg zum Geiersberg

Uttobrunn

Berg

Totenacker

Ulrichsberg

Halbmeile

Pfarrkirche Seebach

Deggendorfer Künstlergruppe

Natternberg

Wanderung rund um Deggendorf

Der Böhmweg

1.02 Pfarrkirche MARIÄ HIMMELFAHRT Deggendorf

Die Pfarrkirche gehört - wenn man von den keltischen Siedlungsspuren absieht - zum ältesten Siedlungskern der Stadt. Daraus erklärt sich auch ihre ungewöhnliche Randlage. Sie verblieb außerhalb der in der Mitte des 13. Jahrhundert angelegten Stadtmauer. Bis zur Säkularisation war die Pfarrei Deggendorf dem Regensburger Stift Niedermünster inkorporiert und wurde von einem Probst verwaltet. Sein Amtshaus war die "Probstei" (neben der Kirche gelegen!).

 

Baugeschichte:

Der älteste Teil ist der Turm, wenigstens in seinen unteren Teilen. Er stammt aus der Zeit um 1100 und diente als Fluchtturm und zu Verteidigungszwecken (massive Gestalt!).

Neben dem Turm folgten Kirchenbauten im romanischen und gotischen Stil. Feuersbrünste und das Anwachsen der Stadt zwangen die Deggendorfer zu Neu- bzw. Erweiterungsbauten. Von der romanischen Kirche hat sich ein Bogenfeld (Tympanon) erhalten. Es zeigt die Flucht der Hl. Familie nach Ägypten und wird in der Wasserkapelle aufbewahrt. Im Chorraum ist die Himmelfahrtskirche heute noch gotisch.

Nach dem 30-jährigen Krieg 1656/57 wurde die Kirche in der bestehenden Form ausgebaut von dem Münchner Baumeister Constantin Bader. Das romanische Langhaus wurde abgerissen, das Tympanonrelief geborgen. Es gilt als ältestes Kunstdenkmal der Stadt.

Im österreichischen Erbfolgekrieg erlitt die Kirche große Beschädigungen. Bei schweren Kämpfen im Jahre 1743 um die französischen Schanzen (siehe Schanzenweg!) auf dem Geiersberg brach im Turm Feuer aus, das auf das Langhaus übergriff und dessen Decke zum großen Teil zerstörte.

Die dreischiffige Pfeilerbasilika ist eine Barockkirche. Bemerkenswert im Chorraum sind die gewölbten Kapellen, über denen sich Emporen hinziehen.

Das Langhaus umfasst sechs Joche. Die Seitenschiffe besitzen Rundbogenfenster, darüber querliegende Ovalfenster.

Sehenswert: Hochaltar

Er stammt aus Eichstätt und ist aus edelstem roten Salzburger Marmor. Der Eichstätter Hofbildhauer Matthias Seybold hat ihn geschaffen. Zwischen den vorderen Säulen auf vorspringenden Konsolen stehen die Figuren St. Wunibald und Richard. Innen, neben den gewundenen Säulen St. Willibald und Walburga. Diese sind in Eichstätt beigesetzt und werden dort verehrt. Darüber auf einem Sockel die Sitzfigur der Muttergottes mit dem Jesuskind aus weißem Carraramarmor.

Kanzel,

eine Rokokokanzel um 1760 von Chr. März. Schnitzfiguren der Evangelisten und des Hl. Johannes von Nepomuk nebst Allegorien der christlichen Tugenden.

 

Orgelprospekt,

gefällige Anlage, deren Wangen wie Harfen geformt sind, geschnitzte geraffte Vorhänge

Die Kirche Mariä Himmelfahrt war die Urpfarrei unserer Umgebung. Sie erstreckte sich über das Graflinger Tal, über das Maxhofener Tal (Mietraching) bis zur Rusel und war östlich begrenzt von der Passauer Diözese, bis fast zum Wallfahrtsort Halbmeile.

Weitere Barockkirchen in unserer Heimat:

Spitalkirche St. Katharina in Deggendorf - Stiftskirchen in Metten und Niederalteich - die ehemalige Prämonstratenserklosterkirche in Osterhofen-Altenmarkt u.v.a.

 

Literatur:

Georg Dehia: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler 1988

Bayern II. Niederbayern, Deutscher Kunstverlag

Erich Kandler: Deggendorf - Stadt zwischen Gäu und Wald

Morsak Verlag 1976