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Grattersdorf

Das Büchlsteiner

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4.06 Grattersdorf - am Fuße des Büchelstein

Geschichtliches zu Grattersdorf

Es wird angenommen, dass Grattersdorf seinen Namen von einem keltischen Gründer namens Grado hat. Schon in den frühesten Zeiten war es im Besitz von Adligen. Zu Anfang des 13. Jahrhunderts, von 1209 bis 1225, kommen die Brüder Ulrich und Poppo de Gradinsdorf mehrmals als Zeugen vor, dann jedoch nur mehr Ulrich als Besitzer des Ortes. Das Schutzrecht über Grattersdorf hatten die Grafen von Hals vom Kaiser als Lehen.

Nach dem Aussterben der Gradinsdorfer kam die Ortschaft in den Besitz der Herren von Winzer und von diesen durch Heirat an die Ritter von Puchberg. Veit von Puchberg erhielt 1506 diese Hofmark nebst der von Allhartsmais als väterliches Erbgut und wohnte hier. Seine Gemahlin Anna, geborene Gießer von Winzer bei Regensburg, gebar ihm zwei Söhne und vier Töchter.

Sohn Wilhelm trat am fürstbischöflichen Hof zu Passau in den Militärdienst ein und starb 20-jährig. Kunigunde und Argula gingen ins Kloster, erstere wurde um 1557 Äbtissin im Passauer Kloster Niedernburg, Argula Äbtissin des Klosters St. Paul in Regensburg. Der zweite Sohn war 32 Jahre lang fürstbischöflicher Rat und Hofmeister.

Andere Geschlechter folgten, im 18. Jahrhundert kam die Hofmark an die Freiherrn von Vequell zu Ramelsberg. Die frühere Gemeinde Nabin, die jetzt zu Grattersdorf ebenso wie die ehemaligen Gemeinden Winsing und Oberaign gehört, ist eine Ansiedlung der Wenden und gehörte dann zu Niederalteich, ebenso wie Weiking und Winsing.

Büchelstein

Auf der Kuppe des Büchelstein türmen sich riesige Felsplatten. Wie das Volk merkwürdige Naturgebilde überhaupt gerne auf wunderbare Anlässe zurückführt, so auch hier.

Sage

Sie Sage weiß zu berichten, dass auf dem Büchelstein einst ein mächtiges Schloss stand. Darin hauste als Letzte ihres Geschlechtes ein adeliges Fräulein das, ebenso stolz wie schön, jeden Freier hochmütig abwies. So wurde es schließlich zur alten Jungfer, deren Hand kein Ritter mehr begehrte, und immer missmutiger, verbissener und verschlossener.

Ihr Herz hatte sich so verhärtet, dass sie trotz ihres Reichtums nichts mehr für die Armen übrig hatte.

Da klopfte einmal ein altes, armes Mutterl an und bat um Brot. Unwillig warf ihr die Herrin ein steinhartes, verschimmeltes Laiblein vor die Füße. Die Bettlerin schleuderte der Hartherzigen die mindere Gabe ins Gesicht und verfluchte Burgfrau und Schloss. Alsogleich hob ein fürchterliches Brausen an und unter ohrenbetäubendem Krachen verwandelten sich Edelfräulein und Burg in Felsblöcke.

Am Palmsonntag und am Prangertag jedoch, wenn von Grattersdorf herauf die Glocken erschallen, darf die verwunschene Schlossherrin menschliche Gestalt annehmen. In langen Gewändern sitzt sie dann auf den Felsen und blickt traurig hinein in die Waldlandschaft. Wenn aber die Gebetsglocke verklungen ist, muss sie wieder auf ein Jahr verschwinden.

Büchelstein ,,heute"

Großer Beliebtheit erfreut sich das auf dem Gipfel des Berges jährlich stattfindene Büchelsteinerfest. Bei diesem Fest trifft sich Jung und Alt, um nach der stimmungsvollen Bergmesse das berühmte ,,Büchelsteiner" und eine frische Maß Bier zu genießen.

Wer den Bayerwald im Fluge neu entdecken möchte, findet am Büchelstein den idealen Platz, seinen Drachenflieger zu starten. Man kann die mutigen Drachenflieger vom Start bis zur Landung bewundern.