Hengersberg

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4.01 Die Frauenbergkirche in Hengersberg

Abt Gotthard von Niederalteich ließ 997 - 1001 eine ,,starke Burg.. auf dem dem Helmgeresberg.. und eine sehr schöne Kirche errichten zu Ehren der heiligen Maria ..." Wolfher: Vita Godehardi. Sie sollte die Mönche aufnehmen, die den strengen Regeln des hl. Benedikt abschworen und als Chorherren leben wollten.

1226 plünderten Vasallen des Grafen von Ortenburg die Kirche, Abt Hermann erneuerte sie 1262. Unter Abt Joscio Hamberger (1700-1739) und Abt Franz von Dyrnhard (1746-1751) wurde die Kirche renoviert und barockisiert. Dabei ersetzte man das gotische Gewölbe im Chor durch das heutige Tonnengewölbe mit Stichkappen.

Im Zuge der Säkularisation des Klosters Niederalteich (1803) fiel die Kirche an den bayerischen Staat, der sie 1812 auf Abbruch versteigerte. Mehrere Hengersberger Bürger ersteigerten sie samt Ausstattung und Glocken und schenkten sie dem Markt Hengersberg.

1846 bekam bei einer notwendigen Turmrenovierung die Kirche den dreifachen Zwiebelturm. 1864 wurde die reiche Barockausstattung entfernt. Bis 1865 wurde die Kirche durch den Hengersberger Bildhauer Franz Seywald im neugotischen Stil ausgestattet. Er schuf die Altäre, die Kanzel und das Orgelprospekt.

Ausstattung:

In der Mitte des Hochaltars ist die Krönung Mariens dargestellt. Das Gnadenbild ist eine spätgotische Holzskulptur aus dem späten 15. Jahrhundert. Die neugotischen Figuren von Gottvater, Gottes Sohn und Heiliggeisttaube wurden von Franz Seywald geschaffen. Unter den beiden Baldachinen sehen wir rechts den hl. Josef und links den hl. Joachim.

Rechts vom Hochaltar hängt die einzige erhaltene Votivtafel aus dem Jahre 1794. Sie erinnert an den Brand der östlichen Häuserzeile am Marktplatz im Jahre 1794.

Es ist die wirklichkeitsgetreueste Ansicht des Marktes. Die beiden großen Barockbilder zeigen links die Wiederherstellung der Frauenbergkirche durch Abt Hermann. Im rechten Bild weihen die drei Stände (Klerus, Adel, Bürger) die renovierte Kirche der Gottesmutter.

Linker Seitenaltar: In der Mitte die Figur der hl. Anna mit Maria, rechts die hl. Katharina von Alexandrien und links die hl. Katharina von Siena.

Rechter Seitenaltar: Im Schrein die Figur des hl. Gotthard, links davon der hl. Sebastian und rechts der hl. Leonhard.

Langhaus: An der rechten Wand sehen wir eine fast lebensgroße schmerzhafte Madonna, links davon ein Relief mit Joachim und Anna, die hl. Maria lehrend; das rechte Relief zeigt die hl. Familie mit Mutter Anna und dem kleinen Johannes. Die linke Wand ziert links eine Kreuzigungsgruppe.

Deckengemälde (1929): Es zeigt die hl. Maria auf einer Wolke schwebend. Darunter beten Bauern und Wallfahrer auf dem noch unbebauten Frauenberg.

Empore: An der Brüstung dargestellt links die Erbauung der Frauenbergkirche durch Abt Gotthard und rechts die Wiederherstellung durch Abt Hermann. Acht neugotische Relieftafeln beiderseits der Orgel und der Empore zeigen Szenen aus dem Leben Mariens.

Würdigung:

Der Frauenberg war nie eine große Wallfahrt. Früher war er die Hauswallfahrt des Klosters Niederalteich. Die Bevölkerung der Umgebung pilgerte gerne hierher, um für eine gute Ernte zu beten.

Heute ist diese Kirche für die älteren Hengersberger ein beliebter Ort der Besinnung und des stillen Gebetes. Sie wird gerne für Maiandachten, Hochzeiten und Weihnachtssingen genützt.

Auf der aus der Donauebene herausragenden Anhöhe ist die Kirche mit ihrem typischen Zwiebelturm besonders nachts, wenn sie hell angestrahlt wird, für die auf der Autobahn Vorbeifahrenden ein besonderes Kennzeichen des Marktes Hengersberg.

Literatur: Festschrift 975 Jahre Markt Hengersberg
Kirchenführer Hengersberg