3.01 Die Pfarrkirche St. Stephan in Lalling

Vorgeschichte der Pfarrei Lalling:
Mit der Erschließung des sog. ,,Nordwaldes"
durch das Kloster Niederalteich begann auch die Christianisierung von
Lalling. Denn bereits 1148 bestätigte Papst Eugen III. dem Kloster
Niederalteich ,,neben anderen Gütern auch den Besitz einer Kirche
in Lalling". Diese zunächst wohl sehr kleine Kirche - seelsorgerlich
vom Kloster Niederalteich betreut - war dem hl. Stephanus geweiht. Sie
wurde auf einem Hügel in Lalling errichtet, um von der ganzen Umgebung
gesehen werden zu können. Zu dieser Zeit war Lalling noch keine
selbständige Pfarrei, sondern gehörte als Filialkirche zur
Urpfarrei (Auerpach). Erst 1643 wurde Lalling zu einem Pfarrvikariat
erhoben.
Es dauerte dann bis zum Jahr 1718, bis Lalling vom
Kloster Niederalteich zu einer selbständigen Pfarrei erhoben wurde.
Bis zur Säkularisierung wurde der jeweilige Pfarrer für die
Pfarrei Lalling vom Kloster Niederalteich bestimmt.
Baugeschichte:


Der einschiffige Barockbau stammt wohl aus 1718, auf
einem romanischen Vorgängerbau errichtet. Ein Tonnengewölbe
mit Stichkappen überspannt 14,3 m Breit und 34,5 m Länge.
Kräftige Wandpfeiler gliedern die Wände.
Bei den verkröpften Gesimsen der Gurtbögen,
an der Kanzel, an den Altären, lassen sich Elemente der Renaissance
oder z. B. bei goldziselierten Ornamenten an den Altären, der Kanzel,
des Orgelprospekts Spuren des Rokoko erkennen.
1786 wurde die Pfarrkirche in ihrer Inneneinrichtung
vollständig erneuert und im Stil des Barock! Rokoko in ihre heutige
Form gebracht. Aus der früheren romanischen Kirche sind noch ein
romanischer Taufstein, ein romanisches Weihwasserbecken und zwei Steinsäulen
erhalten.

Altäre und Kanzel stammen wohl von dem Hengersberger
Schreiner Benjamin Schreidter. Der Hochaltar, mit zwei Säulen auf
Engelskonsolen, zeigt im Altarblatt die Steinigung des hl. Stephanus.
Es wird flankiert von zwei lebensgroßen Holzfiguren des hl. Maximilian
und des hl. Valentin.
In der Kirche stehen zwei Seitenaltäre:
Links der Marienaltar mit einem Bild von 1958, Figuren
des hl. J. v. Nepomuk und des hl. Laurentius.
Rechts der Kreuzaltar mit Rokokobild und Figuren des
hl. Florian und hl. Sebastian. Die Kirche besitzt an der rechten Seite
eine Kanzel (Barock/Rokoko) und hat zwei Deckengemälde im Chorraum.
An den Wänden ist die Kirche umrahmt von den Apostelfiguren
und den Gemälden der Kreuzwegstationen aus der Gründerzeit
der Pfarrei. Im Vorraum der Kirche befindet sich eine Ölberggruppe.
Sehr stolz ist die Pfarrgemeinde auf eine gotische
Madonna mit Kind aus der Zeit um 1400. Sie wurde ,,Türkenmadonna"
genannt, da sie auf einem halbmondförmigen Türkenkopf steht.
Glocken:
große Glocke, 824 kg (1949)
mittlere Glocke, 450 kg (1609)
kleine Glocke, 270 kg (1600)
Bezug zum GS-Lehrplan:
LZ 3.2 Kind und Heimatgeschichte
- Kenntnis einiger wichtiger Ereignisse aus der Geschichte des Heimatortes
und der näheren Umgebung
- Besuch in unserer Pfarrkirche St. Stephan
- Auswertung des Unterrichtsganges
(Entstehungsgeschichte, künstlerischer Wert)
Literaturnachweis:
1. Vgl. Josef Klämpfl, Beschreibung der Pfarrei Lalling,
Passau 1855, 5. 33
2. Vgl. Ludwig H. Krick, Chronologische Reihenfolge der Seelsorgevorstände
des Bistums Passau, Passau 191 1, S. 357
3. Vgl. Ludwig H. Krick, s. o. 5. 2188
4. Handbuch des Bistums Passau, Erhebungsbogen
5. ABP Pfarramt Lalling