Metten

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Kloster Metten

Schlösschen Himmelberg

Mettener Granitindustrie

Pfarrkirche Bernried

Schloss Egg

Schloss Offenberg

Pfarrkirche Neuhausen

Pfarrkirche Edenstetten

2.01 Kloster Metten Benediktinerkloster

Klosteranlage:

Das Klostergebäude ist eine ausgedehnte Anlage um vier Höfe. Der älteste Teil ist das Geviert nördlich der Kirche mit Konventbau. Besonders bemerkens- u. sehenswert:

  • die Klosterkirche
  • die Bibliothek
  • der Festsaal
  • der sog. Uttostab ( = Abtstab
    des Gründungsabtes )

Zur Klostergeschichte: Die Gründung des Klosters lässt sich zwischen 763 und 768 datieren. Gamelbert, ein frommer Priester und Gutsherr aus Michaelsbuch stiftete aus seinem Besitz das Kloster.

Der selige Utto wurde erster Abt des Klosters, der mit Mönchen aus der Insel Reichenau gekommen war. Die Sage erzählt, dass Kaiser Karl der Große auf der Jagd den Einsiedler Utto getroffen habe. Der heilige Mann kniete nach getaner Arbeit im Gebet vor seiner Hütte, während seine Axt an einem Sonnenstrahl hing. Der Kaiser war davon so beeindruckt, dass er versprach, er werde an dem Ort, an dem die Axt zu Boden falle, ein Kloster gründen. Sicher aber hat Kaiser Karl den Besitz des Klosters gemehrt und unter seinen Schutz gestellt. Das Kloster hatte eine wechselvolle Geschichte: Um 1100 wurden die Mönche vorübergehend vertrieben, 1157 zogen sie wieder zurück. Nach einem verheerenden Brand 1236 kam es zu einem völligen Neuaufbau. Zwischen 1700 und 1760 erlebte es eine Hochblüte: Ausgestaltung der Kirche, der Bibliothek und des Festsaals, außerdem wurde die Klosteranlage stark erweitert. Am 21. März 1803, dem Tag des Ordensgründers wurden die Mönche wieder vertrieben, 1830 gestattete König Ludwig I die Neugründung. Seitdem ist es ein berühmtes Gymnasium. Nur von 1939 - 1946 musste es wegen der Nazis schließen.

Klostergründungen von Metten aus:

1834 wurde die Abtei in Augsburg, 1838 das Kloster Scheyern, 4 Jahre später wurde Kloster Weltenburg wieder gegründet. 1846 wanderte Pater Bonifaz nach Amerika aus und gründete in Pennsylvanien die Erzabtei St. Vinzenz.

Weiterführung:

Bedeutende Benediktinerklöster in unserem Raum: Niederalteich, Schweiklberg, Rohr St. Ottilien.

 

Kloster und Pfarrkirche zum hl.. Michael

Erbauer / Künstler:

Ihre heutige, unter Abt Roman II (1712-1729) durchgreifend erneuerte Form, verdankt die Mettener Klosterkirche dem Straubinger Stadtbaumeister Jakob Ruesch (Beginn der Arbeiten: 1712). Die Stukkaturen stammen von F.J. Holzinger, die Fresken gestalteten Cosmas Damian Asam aus München und Wolfgang Andreas Heindl aus Wels.

Beschreibung:

Äußeres: Die einheitlich barocke Ausstattung enthält noch ältere Bausubstanz, nämlich den lang gestreckten gotischen Chor. Von dominanter Wirkung ist der Westbau mit den beiden Zwiebeltürmen. Dazwischen ist die Vorhalle samt Orgelempore als Halbrund gezogen; seitlich angegliedert sind niedrige ovale Kapellen. Auf der Hauptkuppel grüßt eine Figurengruppe aus vergoldetem Kupferblech mit dem Schutzpatron der Kirche: St. Michael, der den Teufel besiegt hat, "Quis ut deus- wer ist wie Gott?".

Inneres: Der helle Wandpfeilerraum repräsentiert die Übergangszeit vom Spätbarock zum Rokoko. Die Stuckatur schafft ein prachtvolles Rahmengerüst für das Hauptfresko und die begleitenden Bildfelder. Im Hauptbild naht der vom Gotenkönig abgesandte Feldherr Riggo dem hl. Benedikt, der dem König sein Schicksal weissagt. Die Fresken der Kapellenwölbung sind thematisch auf die Seitenaltäre bezogen wie z.B. Kreuzauffindung der hl. Helena, Mariä Himmelfahrt usw.. Im Presbyterium nimmt Christus von Gottvater das Erlösungswerk auf sich. Im Orgelchor erkennt man König David, die hl. Cäcilia und Wilhelm von Hirsau. Das Bild in der Eingangshalle zeigt die Begegnung Karl des Großen mit dem seligen Utto als Einsiedler.

Ausstattung:

Der Hochaltar wird von Karl dem Großen und St. Benedikt eingerahmt. Das von Asam 1715 gemalte Altarblatt stellt den Höllensturz der Verdammten durch den hl. Michael dar. Die Seitenaltäre wurden von Holzinger aus mehrfarbigem Stuckmarmor gestaltet, die Figuren wurden weiß poliert. Die Kanzel - marmoriert und vergoldet - zeigt Reliefs der Kirchenväter und der Evangelisten. Das Chorgestühl - gefertigt von einem Klosterschreiner - ist den Wandpfeilernischen eingepasst.

Weiterführung:

Bedeutende Barockkirchen in unserem Raum: Maria Himmelfahrt in Deggendorf; Rohrbergkirche in Hengersberg; Asamkirche in Altenmarkt; Rokokokirche in Loh, Kirche in Aldersbach; Passauer Dom als größte Barockkirche nördlich der Alpen.

Bibliothek

geöffnet nachmittags um 15.00 Uhr mit Führung; vorherige telefonische Anmeldung erwünscht.

Aus der Geschichte: Die Mettener Bibliothek wurde 1624 erbaut und von 1718 - 1720 von dem Maler Innozenz Varäthi aus Tirol und dem Stuckateur Franz Josef Holzinger aus Oberösterreich in der heutigen Form ausgestattet. Die Säkularisation hat zwar die Bücherwände vollständig ausgeräumt, mittlerweile aber wurden einige Bücher wieder zurückgegeben.

 

 

 

Beschreibung:

Die Bibliothek besteht aus einem großen Mittelsaal und zwei Seitenräumen im Verhältnis 2:3:2, die durch schwere Mittelpfeiler voneinander getrennt sind. Die ganze Pracht und farbige Fülle des spätbarocken Saales bezieht sich auf das Thema: "Buch", denn "jeder Mönch muss sich aus der Bibliothek ein Buch holen und es ganz lesen", wie über dem Eingang steht. In den 14 Deckenfresken wird das Buch als Fundament der Kirche und des richtigen Lebens behandelt. Die Stuckreliefs zeigen den richtigen Gebrauch der Bücher für Zeit und Ewigkeit. Die schweren Gewölbe werden von mächtigen Atlanten-Paaren getragen. Sie sind nicht nur Sinnbild für Mühsal und Arbeit, sondern auch für eine geistige Gewalt, von der nicht nur die Decke einer Bibliothek gestützt wird. Die gesamte Ausstattung stellt den Saal als Tempel der Weisheit dar.

Weiterführung:

Die Bibliothek gehört in die Reihe prächtiger Bibliotheken, mit denen die Benediktiner im Spätbarock ihre Klöster bereichert haben wie z.B. in Melk oder in Wiblingen. Auch andere Orte haben wunderschöne Bibliotheken erbaut und eingerichtet; erwähnt sei die sehr sehenswerte Bibliothek der Zisterzienser in Fürstenzell ( erbaut 1770).