Metten

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2.05 Schloss Egg, Gemeinde Bernried

Geschichtlicher Überblick:

Die Burg Egg wurde im 11. Jh. durch die Grafen von Bogen, wahrscheinlich auf einer noch älteren keltischen Anlage, gegründet. 1103 wird Egg zum erstenmal urkundlich erwähnt. Von 1103 bis 1403 waren 9 Generationen Eckher (Ministeriale der Grafen von Bogen) ansässig. Ihr bedeutendster Vertreter war wohl Peter von Eckh (1329-1357), Erzieher Herzogs Albrecht von Straubing-Holland, Richter zu Deggendorf, Vizedom zu Straubing, Verräter an seinem Herzog und darum auf der Burg Natternberg von diesem belagert und von König Karl IV. schließlich gerettet. Peter von Eckh war oberster Gerichtsherr und für den Vollzug des Blutbannes (Todesstrafe) verantwortlich (Skelettfunde im Hungerturm von Egg). Nach dem Aussterben der direkten Eckher Linie 1403 wechseln die Besitzverhältnisse in der Folgezeit mehrmals, bis 1757 die Burg in den Besitz der Grafen von Armansperg gelangt. Dies ist deshalb bedeutsam, weil Joseph Ludwig Graf Armansperg die Burg 1838-42 so umbauen ließ, wie wir sie heute vorfinden. Bei diesem Umbau entdeckte man im Turmverlies zwei Wagenladungen Menschenknochen. Das Schicksal dieser Menschen blieb im historischen Dunkel, doch mit Raubrittern hatte das Los dieser Menschen nichts zu tun, wohl aber mit den Ritterrechten jener Zeit (vgl. oben Ritter Peter von Eckh). Nach abermaligem mehrfachem Besitzerwechsel befindet sich Schloss Egg seit 1939 im Privatbesitz der Familie Hartl.

Beschreibung ( Baugeschichte):

Schloss Egg hat seinen mittelalterlichen Charakter mit Fallgitter, Ringmauern, Wehrtürmen, Bergfried, etc. bewahren können, weil er weit nach dem hohen Mittelalter so wieder hergestellt wurde. Gerade deshalb ist Egg f ür den Unterricht so bedeutsam, weil die typischen Merkmale einer mittelalterlichen Burg erkennbar sind. In Bleibrunners " Niederbayern " liest man: " Schloss Egg ist ein schönes Beispiel der romantischen Neugotik der ausgehenden Biedermeierzeit. Der damalige Eigentümer des Schlosses, Graf Armansperg, ließ das Schloss in den Jahren 1839 bis 1842 durch den Architekten Ludwig Foltz in eine gotische Ritterburg verwandeln." Dabei entfernte man Nebenbauten, die den Blick auf die Burg behinderten, und schuf eine neue Auffahrt- und Zugbrücke.

Der Bergfried wurde erhöht und mit Zinnen, Ecktürmchen und Spitzhelm versehen. Im Hauptbau ersetzte man u.a. die schmalen Fenster durch große Doppelfenster. Türmchen, Erker und Giebel wurden angebracht. Die Ringmauer blieb erhalten.

Die Sage über Peter von Egg

Nicht weit von Metten steht die Burg Egg. Peter Egger von Egg war Feldhauptmann des Kaisers Ludwig des Bayern. Er hatte in des Kaisers Namen das Land an der Donau und den Bayerischen Wald gegen den Böhmen zu schützen. Aber Eggers Sohn war mit einer Böhmin vermählt und als der böhmische Feind ins Land fiel, gab es Verzweiflung und Tränen auf der Burg: im feindlichen Heer ritten Vater und Bruder der Böhmin. " Ehe du dein Schwert in das Blut meines Vaters oder Bruder tauchst, stoß es mir selber in die Brust!" rief die böhmische Frau. Der junge Egger zog auf dem " Bayernweg" gegen den Feind. An des alten Vaters Statt führte er die Schar der bayerischen Streiter. Bei Furth kam es zum Kampf. Wo das Kampfgedränge am heftigsten war, begegnet ihm mit einemal auf schnaubendem Rosse der blutjunge Bruder seiner Frau. "Zurück!" ruft ihm der Egger entgegen. Aber der junge Böhme ist eigensinnig und sprengt an. Hätte der Egger gegen ihn die Lanze eingelegt, so wäre ihm der Verwegene mitten ins spitzige Eisen gerannt. Aber der Egger dachte der Tränen seines Weibes und riss sein Ross zur Seite, dem jungen Hitzkopf auszuweichen. Doch der gab sich nicht zufrieden und wandte sich trotzig von neuem gegen den Egger. Da ließ dieser in Verwirrung und sträflicher Schonung seinem Ross freien Lauf und das erschreckte Tier jagte schmachvoll aus dem Kampffeld. " Der Egger flieht!" frohlockten die Böhmen; die Bayern starrten ihrem Führer nach - sie wurden geschlagen. Schon am andern Tage schrie die Schande laut ans Ohr des alten Eggers von Egg. Der Egger ist geflohen! Der Alte rief in Scham und Schmerz zu Straubing das Gericht gegen den Sohn zusammen. Mit weißem Haar und weißem Bart saß er bleich an der Spitze der Richter. Die hatten Mitleid mit ihm; er aber, des Kaisers Feldhauptmann, verurteilte mit unbeugsamer Strenge den eigenen Sohn zum Tode. Vor seinen Augen schlug der Henker dem jungen Egger das Haupt ab. Peter Egger von Egg. Er hatte in Kaisers Namen das Land gegen den Feind zu schirmen und zu schützen.

(aus: Martin Buchner: Niederbayerische Sagen und Geschichten, o.J.)

Literatur:

Hans Bleibrunner: Niederbayern, Kulturgeschichte des Bayerischen Unterlandes, 2. Band,1982

S. Westerholz: Und brecht ihre starken Mauern, Burgen und Schlösser
im Landkreis Deggendorf,1978

Georg Müller: Schloss Egg und seine Besitzer, 1985

M. Buchner: Niederbayerische Sagen und Geschichten, o.J.

H. Aichner: Unterlagen zu Schloss Egg anlässlich einer Fortbildungsveranstaltung