Osterhofen - Altenmarkt

Karte

Das Stift Osterhofen

St. Margaretha

Die Frauenkapelle am Hofe

St. Martin am Angerberg

Die Kreuzbergkirche in Haardorf

Das Museum Nindorf

8.05 St. Martin am Angerberg

Auf einem Lößhügel vor Ort hoch über dem Donautal gelegen, verdient als Gotteshaus wie als Kunstdenkmal Beachtung.

Der Stahlstich zeigt Stift und Stadt um 1865:

Die königlich bairische Ostbahn (1860 in Betrieb genommen) fährt schon, die alte St. Antonius-Spitalkirche von Osterhofen (1868 abgebrochen) steht noch. Aus dem See an der südlichen Peripherie der Stadt (nach 1770 trockengelegt) sind die Seewiesen geworden, von den Bürgern als Pachtgrund genutzt.

Das Kloster ist bereits Maria-Ward-Institut und anscheinend restauriert: 1868 erwarben die Englischen Fräulein von Altötting den südlichen und östlichen Trakt mit den Gärten, den Westflügel mit Brauerei, Schenke, Ökonomie hielt Trost zurück. Die ehemalige Pfarrkirche von Altenmarkt im alten Friedhof an der Basilika steht nicht mehr. Sie wurde 1784 abgerissen, als nach der Aufhebung des Prämonstratenserstifts 1783 die Klosterkirche Pfarrkirche geworden war.

Erhalten geblieben ist St. Martin am Anger: 1304 soll das Gotteshaus erbaut worden sein. Es muss wohl heißen - ausgebaut, erweitert, erneuert, denn das Martinskirchlein ist älter, älter noch als die Stadtpfarrkirche von Osterhofen, die 1220 von Stiftspropst Garungus geweiht wurde.

Das Alter zeigt der Baustil an: Das schlichte viereckige Langhaus mit der flachen Balkendecke und den kleinen, hochgelegenen runden Bogenfenstern (an der Südseite im Mauerwerk noch zu erkennen), dem Tympanon über dem Westportal weisen entschieden auf die romanische Baukunst hin. Der heutige gotische Chor wurde später (vielleicht 1304) angebaut - möglicherweise für eine romanische Apsis. Im Taufbrunnen aus rotem Marmor kommen die Jahrhunderte zusammen: Auf einem gestürzten romanischen Kapitell des 12. Jahrhunderts steht eine achteckige gotische Schale.

Rund um das Kirchlein liegt ein Friedhof - heute mit neuen, stattlichen Grabdenkmälern, einst der Armenfriedhof. Die Wohlhabenderen ließen sich im Gottesacker der Pfarrkirche zur Ruhe betten.

St. Martin ist ein stiller Ort - man ist dem Himmel ein klein wenig näher.