10.05 Die Rokokokirche in Loh
Beschreibung:
Die Loher Kirche ist ein Siegeshymnus auf das Kreuz.
Darum passt auch so wunderbar der lebensfrohe Rokokostil. Das farbige
Zusammenklingen der Deckengemälde mit dem reichen Stuck gestalten
das Kircheninnere zu einem der reizvollsten Rokokoräume Niederbayerns.
Das Deckengemälde im Chor weist auf die eherne Schlange als Vorbild
des Kreuzes hin. Im Deckengemälde wird in sieghaftem Triumph die
Kreuzerhöhung durch den Kaiser Heraklius dargestellt. Auf dem Bild
über den Emporen erscheint Christus zum Gericht, der Gekreuzigte
in seiner vollen Herrlichkeit. Die Deckenbilder über den Seitenaltären
schildern das siegesvolle Eingreifen des Kreuzes in die Geschichte der
Völker.
Ein Gedanke durchdringt die Kirche: "Im Kreuz
ist Heil"

Geschichtliche Notizen:
Um 1300 erwähnen Mettener Urkunden zum ersten
Mal die gotische Kreuzkirche in Loh. Das heutige Bild des Gekreuzigten
über dem Altar stammt aus der Zeit um 1400. Einer damaligen Zeitgewohnheit
folgend wurde das Gesicht des Gekreuzigten mit einem Bart umkleidet.
In dieser Zeit nahm die Wallfahrt ihren Anfang. Im Jahre 1616 wurde
die Pfarrei Stephansposching mit der dazugehörigen Filialkirche
Loh dem Kloster Metten übertragen. Bereits im 17. Jahrhundert entsprach
die alte gotische Kirche nicht mehr den Anforderungen und wurde deshalb
vom Hofbaumeister Viscardi in eine Barockkirche umgebaut und erweitert.
1728 erhielt die Wallfahrtskirche vom damaligen Abt Roman von Metten
zwei kostbare Schätze: Reliquien des hl. Kreuzes und des hl. Blutes.
In den 60er Jahren des 18. Jahrhunderts wurde wieder
eine Umgestaltung vorgenommen. Der Hofmaler Christian Wink und der Hofstuckateur
Fr. X. Feichtmeyer gestalteten das Gotteshaus in die heutige Rokokokirche
um.
Weitere bedeutende Barockkirchen unserer Heimat:
Metten, Niederalteich, Maria Himmelfahrt in Deggendorf,
Rohrbergkirche in Hengersberg, Asamkirche in Altenmarkt, Kirche in Aldersbach,
Passauer Dom als größtes Barockwerk nördlich der Alpen