5.04 Die Werktagskapelle in Schöllnach
Aus der Geschichte:
Die Werktagskapelle (St. Johannes Baptista) ist ein
Seitenraum der heutigen Pfarrkirche in Schöllnach. Dieser Teil
der früheren Pfarrkirche wurde beim Neubau im Jahre 1954/55 nicht
abgerissen, sondern in den Neubau integriert. Jetzt dient dieser als
Werktagskapelle. Der ursprünglich spätgotische Bau wurde in
der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts errichtet. Im Zeitalter
des Barocks erfuhr die Kirche bedeutende bauliche Veränderungen:
Säulenaltäre, große, runde Fenster, reich geschmückte
Kanzel. Der Kuppelturm wurde 1714 neu erbaut, die Sakristei ein Jahr
später.
In ihrem heutigen Zustand stellt sich die Kapelle als
einschiffige, gewölbte Anlage mit eingezogenem Chor dar. Sie wird
von fünf Achteckseiten abgeschlossen.
Den baulichen Kern bildet ein Sterngewölbe, dessen
Rippen abgeschlagen wurden. Die abgeschrägten Wandpfeiler tragen
Profilkonsolen mit Laubwerk.
Beschreibung des Altars:

Die ursprüngliche Innenausstattung ging bis auf
wenige Einzelteile verloren. Der jetzige, neugotische Flügelaltar
wurde vom Simbacher Bildhauer Basler geschaffen.
Er zeigt von links: den Auferstehungschristus
- Christus wäscht den Aposteln die Füße
Mittelteil: Gottvater hält Christus in
den Armen
Rechte Seite: Lasset die Kinder zu mir kommen
- Geburt Christi
Den Tabernakel flankieren links das Herz Jesu und rechts
das Herz Mariä.
Als Seltenheit sind die beweglichen äußeren
Flügel anzusehen. Auf der rechten Rückseite erkennen wir Johannes
Baptista und auf der linken Rückseite St. Michael, der den Teufel
stürzt.
Auf den seitlichen Pfeilern stehen der Heilige Franziskus
und der Heilige Antonius mit Kind.
Beschreibung der Grabplatten:
An den Wänden wurden vier Grabplatten früherer
Schöllnacher Herren eingemauert.
- Sigismund von Dachsberg zu Ranfels (gest. 16. Februar 1572)
- Georg Carl von Lindten (gest. 4. Mai 1715)
- Wolfgang Severin Scharfseder von Riggerting auf Khollersaich (gest.
2. März 1691). Dieser führte das Lindenblatt im Wappen -->
Schöllnacher Wappen

Literatur:
Aufzeichnungen des Pfarrers Gotthard Oswald
Aufzeichnungen des Heimatpflegers Herrn Loibl